
Auf einen Blick
Festigkeitskennzeichnungen lesen, Nennwerte vergleichen und eine Spezifikation für die gesamte Verbindung erstellen.
Kennzeichnung richtig lesen
Bei Schrauben aus Kohlenstoff- und legiertem Stahl ergibt die erste Zahl mal 100 die Nennzugfestigkeit in MPa. Die zweite Zahl geteilt durch 10 bezeichnet das Nennstreckgrenzenverhältnis. Klasse 8.8 steht somit für 800 MPa Nennzugfestigkeit und ein Verhältnis von 0,8.
Die Zahlen erklären die Bezeichnung, sind aber keine vollständige Abnahmespezifikation. Mindestwerte und Prüfverfahren hängen von Norm, Durchmesser und Produktgeometrie ab.
Nennwerte vergleichen
Die Tabelle dient zum Verständnis der Kennzeichnung, nicht zur Berechnung zulässiger Betriebslasten oder Anziehdrehmomente. MPa entspricht N/mm².
| Festigkeitsklasse | Nennzugfestigkeit (MPa) | Nennstreckgrenzenverhältnis |
|---|---|---|
| 4.6 | 400 | 0.6 |
| 8.8 | 800 | 0.8 |
| 10.9 | 1000 | 0.9 |
| 12.9 | 1200 | 0.9 |
Die gesamte Verbindung betrachten
Eine höhere Klasse ist nicht automatisch der bessere Ersatz. Vorspannkraft, Mutter, Scheibe, Gewindeeingriff, Beschichtung und Einsatzumgebung müssen zusammenpassen. Ein anderer Schmierstoff oder Überzug kann das erforderliche Drehmoment für die gewünschte Klemmkraft verändern.
Niedrige Köpfe und Senkköpfe können eine reduzierte Belastbarkeit haben. Bei Innensechskant-Senkschrauben sind Produktnorm und Festigkeitsklasse zu prüfen, bevor Werte herkömmlicher Sechskantschrauben übernommen werden.
Angaben für die Angebotsanfrage
Produktnorm, Gewindedurchmesser und Steigung, Länge, Festigkeitsklasse, Oberfläche und Menge angeben. Zeichnungsstand und geforderte Prüfdokumente beifügen. Beim Ersatz vorhandener Verbindungselemente Kennzeichnungen und Montageanforderungen statt nur eines Fotos bereitstellen.
Technische Quellen
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